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Über die Bewertung von Start-Ups

Ein Beitrag von Irina Quandt, Beraterin bei der Oberender AG

Mit neuen Technologien wie der elektronischen Gesundheitsakte, Predictive Analytics oder sogenannten mHealth-Apps erreicht die Digitalisierung nun endlich auch das deutsche Gesundheitssystem. Aufgrund der überwiegend analogen Strukturen bietet die Branche trotz hoher Markteintrittsbarrieren den perfekten Nährboden für heranwachsende Unternehmen mit innovativen Geschäftsideen. Das Wachstumspotential scheint immens, weshalb jene Start-Ups zunehmend die Aufmerksamkeit nationaler wie internationaler Investoren auf sich ziehen.

Vor großen Herausforderungen stehen Investoren jedoch, wenn es um die gerechte Bewertung ihres eingesetzten Investments in das auserwählte Start-Up geht. Denn je jünger das Unternehmen, umso höher liegen zwar die Renditechancen, desto größer ist jedoch auch das Verlustrisiko. Die Frage ist daher, wie das außergewöhnlich hohe Wachstumspotential in der Early Stage eines Unternehmens in ein angemessenes Verhältnis zu den meist fehlenden historischen Daten und negativen Cash-Flows gesetzt werden kann. Traditionelle Bewertungsverfahren, wie die DCF- oder die Ertragswertmethode, stoßen hier schnell an ihre Grenzen.

Viele Venture Capitalisten setzen bei der Bewertung innovativer Geschäftsmodelle daher auf die sogenannte VC-Methode. Der berechnete Unternehmenswert resultiert hier alleine aus dem zum Exit-Zeitpunkt zu erwartenden Verkaufserlös. Es bedarf somit keiner risikobehafteten Prognose zukünftiger Einnahmen und die bis dahin meist negativen Cash-Flows führen nicht zu Verzerrungen. Dieser vereinfachte Ansatz verschafft dem Investor in kurzer Zeit einen ersten groben Überblick. Nichtsdestotrotz kompensiert auch diese Methode das Problem der fehlenden Datengrundlage nicht. Um die Besonderheiten von Start-Ups bestmöglich abzubilden, empfiehlt es sich daher, zusätzliche Bewertungshilfen in die Kalkulation miteinfließen zu lassen. Operative Wertetreiber sowie der Einsatz von Scoringmodellen zur Bewertung qualitativer Erfolgsfaktoren ermöglichen dem Investor einen umfassenden Einblick in die Entwicklungsfähigkeit des Start-Ups. Neben der Erfahrung und Kompetenz des Gründerteams gehören hierzu auch die Einschätzung des USP und der Marktakzeptanz. Solch qualitativen Faktoren wird eine hohe Aussagekraft bezüglich der Abschätzung des Erfolgspotenzials und der Wertableitung eines Start-Ups zugeschrieben.

Dennoch sollten Sie sich bei solchen Investmententscheidungen auch auf Ihre Erfahrung und Ihr eigenes Bauchgefühl verlassen. Denn gerade bei jungen Unternehmen mit meist kurzer Historie nehmen weiche Faktoren wie die persönliche Stimmigkeit oder der Verlauf des Verhandlungsprozesses eine bedeutende Rolle ein.

Haben wir Ihr Interesse geweckt, stehen wir Ihnen für Fragen rund um das Thema Start-Ups mit unserem langjährigen Erfahrungsschatz gerne zur Seite. Die beste Referenz: Mit der BinDoc GmbH hat Oberender bereits selbst die Mehrheitsanteile an einem jungen Start-Up übernommen.

Irina Quandt, Beraterin bei der Oberender AG

Nach ihrer Masterarbeit, die sie bei einem großen Pharmaunternehmen geschrieben hat, stieß Irina Quandt zu Oberender und verstärkt seit diesem Jahr das Kompetenzteam M&A. Sie befasst sich dabei u. a. schwerpunktmäßig mit Start Ups im Gesundheitswesen.