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Die Krankenhauslandschaft in Bayern

Ein Beitrag von Jochen Baierlein und Sarah Günther

Bayern hat mehr und kleinere Krankenhäuser als andere Bundesländer – soweit nichts neues. Doch ist das bereits das Ende der Geschichte? Welche weiteren Unterschiede lassen sich feststellen und welche Implikationen ergeben sich daraus? Daten geben beispielsweise Hinweise darauf, dass sich Krankenhausstrukturmerkmale – z. B. die Bettenanzahl und der Spezialisierungsgrad – auf die wirtschaftliche Lage auswirken.1 Ziel der Marktstudie ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der bundesdurchschnittlichen und der bayerischen Krankenhauslandschaft (Allgemeine Krankenhäuser) aufzuzeigen. So können Diskussionsansätze zur Ausgestaltung der Krankenhausversorgung aufgezeigt werden. 

Aufgrund von Schließungen und Fusionen nimmt die (formale) Anzahl der Krankenhäuser ab

Gemessen an der amtlichen Krankenhausstatistik sinkt die Krankenhausanzahl sowohl in Bayern als auch im Bundesdurchschnitt kontinuierlich. Insgesamt hat sich diese in Bayern (formal) von 2007−2017 um 39 Einheiten reduziert. Zu berücksichtigen ist, dass die Krankenhausstatistik auf das Krankenhaus als Wirtschaftseinheit abstellt, d. h. keine Differenzierung nach Standorten durchführt und Institutionskennzeichen nicht erfasst. So entfielen auch Einheiten, die gar nicht geschlossen wurden.

Ähnliche Entwicklung hinsichtlich CMI, CMP und Hospitalisierung

Der Case-Mix erhöht sich zwischen 2010–2017 jährlich fast gleichstark mit 1,6 % (Bayern) und 1,5 % (Bundesdurchschnitt) bei zuletzt nur noch geringerem Wachstum. Auch der Case-Mix-Index entwickelt sich in Deutschland und Bayern gleichstark, ist in Bayern jedoch geringer als in Bundesdurchschnitt. Auch Fallzahl und Hospitalisierungsrate entwickeln sich ähnlich, im Unterschied zu den Vorjahren sind diese zuletzt sowohl in Bayern auch im Bundesdurchschnitt rückläufig.

Krankenhäuser in Bayern sind nach wie vor kleiner als in Deutschland

Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt (Ø 283 Betten je Krankenhaus) hält Bayern (Ø 233 Betten je Krankenhaus) deutlich kleinere Einheiten vor. Zudem stehen in Bayern vergleichsweise weniger Betten auf 100 Tsd. Einwohner zur Verfügung. Andererseits zeigt sich in Bayern – gemessen an der Einwohnerzahl – eine höhere Krankenhausdichte. 


 

In Bayern werden vergleichsweise viele Krankenhausbetten durch die öffentliche Hand getragen

In Bayern werden im Jahr 2017 knapp 3/4 aller Betten und somit deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt (48 %) durch die öffentliche Hand getragen. Freigemeinnützige Träger nehmen in Bayern mit 12 % der Betten eine eher nachgeordnete Rolle ein. Bei allen Arten der Trägerschaft führen Krankenhäuser in Bayern durchschnittlich weniger Betten.

Fazit

Die Krankenhauslandschaft ist in Deutschland und Bayern in vielen Strukturen ähnlicher ausgeprägt als gemeinhin vermutet. Wesentliche Unterschiede konnten insbesondere für die Hausgröße und Trägerstruktur identifiziert werden. 

Die vollständige Markstudie Bayern mit allen Zahlen, Daten und Fakten – auch zu weiteren Themenbereichen – können Sie unter folgendem Link abrufen:  https://www.bindoc.de/oberender-marktstudie-bayern 

 


1 Karmann A, Roesel F (2017): Hospital Policy and Productivity − Evidence from German States. Health Econ. 26(12):1548−1565

Jochen Baierlein und Sarah Günther

Autoren der Studie sind Jochen Baierlein und Sarah Günther. Jochen Baierlein ist Arzt, Wirtschaftsmediator und Vorstandsmitglied der Oberender AG. Er leitet das Research Institute. Sarah Günther ist Junior Analyst bei der Oberender AG und seit 2019 im Research Institute tätig. Seither beschäftigt sie sich insbesondere mit der quantitativen Datenanalyse von Routinedaten und mit Versorgungsthemen.